Justus Grellmann
Justus Grellmann
Mystery Box Experte für Deutschland
Letzte Aktualisierung: 4. July 2025

Allgemeine Informationen



Der Bologna-Prozess –
auf dem Weg

zu einem europäischen Hochschulraum


Bildungsministerkonferenz in Berlin am 18./19. September 2003

Im Mai 1998
unterzeichneten die Bildungsminister von Frankreich, Italien, Großbritannien
und Deutschland in der Sorbonne in Paris die sogenannte Sorbonne-Erklärung
zur Schaffung eines gemeinsamen Rahmens für die Europäischen
Bildungssysteme. Andere europäische Länder schlossen sich der Erklärung an.

Die

Sorbonne-Erklärung
will
vor allem folgendes erreichen:

  • zunehmende Annäherung
    der allgemeinen Rahmenbedingungen für Studiengänge und -abschlüsse
    innerhalb eines offenen europäischen Hochschulraumes;

     
  • Schaffung eines
    gemeinsamen Systems für Studienabschlüsse (Bachelor-Grad bzw. Master- und
    Doktor-Grad);

     
  • Steigerung und
    Erleichterung der Mobilität von Studierenden und Lehrenden

    (Studierende sollten mindestens ein Semester im Ausland verbringen); Abbau
    von Mobilitätshemmnissen und Verbesserung der Anerkennung von akademischen
    Abschlüssen und Leistungen.

Im Juni 1999
unterzeichneten 29 europäische Bildungsminister die

Bologna-Erklärung
zur Schaffung eines
europäischen Hochschulraums bis zum Jahre 2010 und zur Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit Europas als Bildungsstandort weltweit. Die Minister
bekräftigten in der Bologna-Erklärung ihre Absicht, folgende Punkte
umzusetzen:

  • die Schaffung eines
    Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse
  • die Schaffung eines
    zweistufigen Systems von Studienabschlüssen (undergraduate/graduate)
  • die Einführung eines
    Leistungspunktesystems (nach dem ECTS-Modell)
  • die Förderung der
    Mobilität durch Beseitigung von Mobilitätshemmnissen
  • die Förderung der
    europäischen Zusammenarbeit durch Qualitätssicherung
  • die Förderung der
    europäischen Dimension in der Hochschulausbildung.

Überzeugt davon, dass
die Schaffung eines europäischen Hochschulraums eine kontinuierliche
Unterstützung, Beobachtung und Anpassung an die jeweilig anfallenden
Bedürfnisse benötigt, entschieden die Minister, sich zwei Jahre später in
Prag wiederzutreffen, um eine Bilanz über die bisher erzielten Fortschritte
zu ziehen und nächste Schritte zu beraten.

Zwei Jahre nach
Unterzeichnung der Bologna-Erklärung trafen sich die Bildungsminister der 33
europäischen Unterzeichnerstaaten am 19. Mai 2001 in Prag, um die
Prioritäten für die kommenden Jahre mit Blick auf die Schaffung eines
europäischen Hochschulraums festzulegen.

Im

Prager Communiqué
der Minister

  • bekräftigten sie die
    in der Bologna-Erklärung festgelegen Ziele;
  • begrüßten sie die
    aktive Einbindung der European University Association (EUA) und der
    National Unions of Students in Europe (ESIB);
  • erwähnten sie die
    konstruktive Mitarbeit der Europäischen Kommission;
  • kommentierten sie die
    weitere Vorgehensweise mit Blick auf die unterschiedlichen Zielsetzungen
    der Bologna-Erklärung;
  • hoben sie folgende
    Aspekte eines europäischen Hochschulraumes als besonders wichtig hervor:

    • Lebenslanges Lernen
    • Einbindung der
      Studierenden
    • Steigerung der
      Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Hochschulraumes
      (einschließlich transnational education)

Die Minister
entschieden, dass die nächste Konferenz im Zusammenhang mit dem
Bologna-Prozess in Berlin 2003 stattfinden wird. Im Rahmen dieses Treffens
soll wiederum Bilanz über die dann erzielten Fortschritte gezogen und
Prioritäten für die folgenden Jahre hinsichtlich der Schaffung des
Europäischen Hochschulraumes gesetzt werden.

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