Allgemeine Informationen
Der Bologna-Prozess –
auf dem Weg
zu einem europäischen Hochschulraum
Bildungsministerkonferenz in Berlin am 18./19. September 2003Im Mai 1998
unterzeichneten die Bildungsminister von Frankreich, Italien, Großbritannien
und Deutschland in der Sorbonne in Paris die sogenannte Sorbonne-Erklärung
zur Schaffung eines gemeinsamen Rahmens für die Europäischen
Bildungssysteme. Andere europäische Länder schlossen sich der Erklärung an.
Die
Sorbonne-Erklärung will
vor allem folgendes erreichen:
- zunehmende Annäherung
der allgemeinen Rahmenbedingungen für Studiengänge und -abschlüsse
innerhalb eines offenen europäischen Hochschulraumes;
- Schaffung eines
gemeinsamen Systems für Studienabschlüsse (Bachelor-Grad bzw. Master- und
Doktor-Grad);
- Steigerung und
Erleichterung der Mobilität von Studierenden und Lehrenden
(Studierende sollten mindestens ein Semester im Ausland verbringen); Abbau
von Mobilitätshemmnissen und Verbesserung der Anerkennung von akademischen
Abschlüssen und Leistungen.Im Juni 1999
unterzeichneten 29 europäische Bildungsminister die
Bologna-Erklärung zur Schaffung eines
europäischen Hochschulraums bis zum Jahre 2010 und zur Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit Europas als Bildungsstandort weltweit. Die Minister
bekräftigten in der Bologna-Erklärung ihre Absicht, folgende Punkte
umzusetzen:
- die Schaffung eines
Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse- die Schaffung eines
zweistufigen Systems von Studienabschlüssen (undergraduate/graduate)- die Einführung eines
Leistungspunktesystems (nach dem ECTS-Modell)- die Förderung der
Mobilität durch Beseitigung von Mobilitätshemmnissen- die Förderung der
europäischen Zusammenarbeit durch Qualitätssicherung- die Förderung der
europäischen Dimension in der Hochschulausbildung.Überzeugt davon, dass
die Schaffung eines europäischen Hochschulraums eine kontinuierliche
Unterstützung, Beobachtung und Anpassung an die jeweilig anfallenden
Bedürfnisse benötigt, entschieden die Minister, sich zwei Jahre später in
Prag wiederzutreffen, um eine Bilanz über die bisher erzielten Fortschritte
zu ziehen und nächste Schritte zu beraten.Zwei Jahre nach
Unterzeichnung der Bologna-Erklärung trafen sich die Bildungsminister der 33
europäischen Unterzeichnerstaaten am 19. Mai 2001 in Prag, um die
Prioritäten für die kommenden Jahre mit Blick auf die Schaffung eines
europäischen Hochschulraums festzulegen.Im
Prager Communiqué der Minister
- bekräftigten sie die
in der Bologna-Erklärung festgelegen Ziele;- begrüßten sie die
aktive Einbindung der European University Association (EUA) und der
National Unions of Students in Europe (ESIB);- erwähnten sie die
konstruktive Mitarbeit der Europäischen Kommission;- kommentierten sie die
weitere Vorgehensweise mit Blick auf die unterschiedlichen Zielsetzungen
der Bologna-Erklärung;- hoben sie folgende
Aspekte eines europäischen Hochschulraumes als besonders wichtig hervor:
- Lebenslanges Lernen
- Einbindung der
Studierenden- Steigerung der
Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Hochschulraumes
(einschließlich transnational education)Die Minister
entschieden, dass die nächste Konferenz im Zusammenhang mit dem
Bologna-Prozess in Berlin 2003 stattfinden wird. Im Rahmen dieses Treffens
soll wiederum Bilanz über die dann erzielten Fortschritte gezogen und
Prioritäten für die folgenden Jahre hinsichtlich der Schaffung des
Europäischen Hochschulraumes gesetzt werden.
